Hier geht’s um uns.

Warum dieses Projekt?
Warum gehören Bio-Milch und Bio-Fleisch zusammen?

Die Öko-Modellregion befasst sich im Projekt mit dem regionalen Verbleib der Kälber aus Milchviehbetrieben. Denn eine Kuh muss jedes Jahr ein Kalb gebären, damit sie Milch für Käse & Co. gibt. Die Kälber, die nicht zur Nachzucht auf den Betrieben bleiben können, verlassen in aller Regel unsere Region. Das ist Realität, aber nicht Wunsch vieler Betriebe. Daher unterstützen wir regionale Kooperationen und Lösungen.

In unserem Projekt geht es also in erster Linie nicht darum ein weiteres Rindfleischprodukt am Markt zu platzieren, sondern in alle Richtungen zu transportieren, dass Bio-Milch und Bio-Fleisch zusammengehören. Weil jedoch vom Reden allein kein einziges Kalb hier bleiben kann, gibt es künftig unter der Marke „Allgäuer Hornochse“ auch Bio-Rindfleisch und -Wurst zu kaufen.

Wie geht die Öko-Modellregion das Projekt an?

Die Rolle der Öko-Modellregion ist vermittelnd und unterstützend. Von Anfang an haben wir das Gespräch mit bestehenden Akteuren gesucht und gemeinsam die Schwierigkeiten und Herausforderungen erörtert. Es war irgendwann klar, dass wir keine Lösung für alle Kälber finden können, sondern ein Modellprojekt entwickeln müssen.

Über zwei Jahre hinweg haben wir eine Gruppe interessierter Milchviehhalter und Mäster begleitet. Wir haben gemeinsam Betriebe besichtigt, Prozesse definiert, Preise kalkuliert und mögliche Vermarktungswege betrachtet. Und wir haben einen Sympathieträger für unsere Tiere entwickelt: den „Allgäuer Hornochse“. Mit diesem sympathischen Sturkopf möchten wir mit Verbrauchern über unser liebes Rindvieh ins Gespräch kommen. Und auch unsere Bauern mit Fachvorträgen und Exkursionen in ihrem Tun unterstützen.

Was macht das Projekt so schwierig?

Alles in unseren landwirtschaftlichen Systemen ist auf Effizienz und günstige Produktion ausgerichtet. Über Jahrzehnte hat sich die Milch- und Fleischproduktion auseinander entwickelt, sich spezialisiert und damit auch zum großen Teil unsere Höfe und Tiere. Wollen wir heute andere Wege gehen, stellen sich uns eine Vielzahl von Herausforderungen. Angefangen von zur Mast wenig geeigneten Rinderrassen, über fehlende regionale Aufzuchtplätze bis hin zu dünn gesäten bio-zertifizierten Schlachtstätten. Hin zu Verbrauchern, die es gewohnt sind nur noch die edlen Teile der Tiere zu essen, ganz auf Fleisch zu verzichten oder schlicht und ergreifend nur billig zu essen.

Wenn wir eine Umkehr wollen, müssen wir aus unserer Bequemlichkeit heraustreten und nachdenken, ob dieses System irgendjemanden wirklich glücklich macht.

Warum engagieren wir uns dennoch?

Weil wir keine andere Wahl haben. Denn wenn sich etwas ändern soll und wir ethisch ausgerichtete Kreisläufe möchten, dann muss einer damit anfangen.

Und weil wir so vielfältige Unterstützung erhalten. Alle angefragten, offiziellen Stellen wie Veterinäramt, Landwirtschaftsämter, Amt für ländliche Entwicklung oder viele weitere bringen sich mit Herzblut ein. Die Berater aller Bio-Verbände bringen ihr Know-how und ihre Zeit mit ein. Engagierte Bauern machen mit und viele weitere Bauern haben die Hoffnung, dass sich etwas ändert.

Auch von Seiten der Verbraucher ernten wir Zustimmung und den Wunsch, unser Projekt unterstützen zu können. Dies geht am leichtesten, indem Produkte unserer Allgäuer Hornochsen gekauft werden.

Hier geht’s zum Allgäuer Hornochse…

Produkte, Direktvermarkter und alle Infos zum Projekt und den Kriterien.

Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten
Kemptener Str. 39
87509 Immenstadt
Telefon 08323 99836-40
beate.reisacher@lra-oa.bayern.de